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Populäre Irrtümer Corona Soforthilfe

Populäre Irrtümer Corona-Soforthilfe

Lesezeit: 3 Minuten

Wir durchleben gerade bewegte Zeiten, vieles ist schlicht und einfach unbekannt, unsicher und ohne Erfahrungswerte. Populäre Irrtümer Corona Soforthilfe.

Die Soforthilfepakete des Landes Niedersachsen und des Bundes sind in Rekordzeit auf die Beine gestellt worden, was wohl niemand wirklich vermutete. Jetzt wo der „Run“ auf die Antragstellung groß ist, kommen sicherlich viele Fragen auf, die sicher und vor allen Dingen nachhaltig beantwortet werden wollen. Gerade die Oldenburger Genusskulturszene sind die Soforthilfen enorm wichtig, um einigermaßen in Zukunft blicken zu können und die kulinarischen Betriebe aufrecht zu halten bzw. in die Zukunft zu bewegen.

Wie schon in den zwei vorausgegangen Artikeln zum Thema Corona-Soforthilfe, die über die Rettungspakete an Unternehmer*innen viel neues Wissen vermittelten, ist dieser Artikel ein Gastbeitrag von Knuth Speckels Steuerberater aus Brake, der in diesem Artikel mit einigen Irrtümern über die Corona-Rettungspakete schreibt und Licht ins Dunkel bringt.

Populäre Irrtümer Corona Soforthilfe für Unternehmen

Was dem einen das Klopapier, ist dem anderen die Corona-Soforthilfe: Beides wird gebraucht, aber die selbstkritische Reflexion, in welchem Ausmaß ein jeder es wirklich benötigt, ist sinnvoll.

Zwei Irrtümer verfestigen sich dabei derzeit im Wettlauf der Antragsteller:

  1. Die Corona-Soforthilfe bekommt jedes Unternehmen, in Abhängigkeit von der Zahl der Mitarbeiter, in Höhe von 9.000,00 € bis 25.000,00 €?
  2. Die Corona-Soforthilfe ist nicht zurückzuzahlen?

Irrtum 1:

Die Soforthilfe soll in der Höhe beantragt und gewährt werden, in der die Sachkosten und der Finanzmittelbedarf die Einnahmen übersteigt. Nicht Teil der Sachkosten sind die Personalkosten. Personalkosten werden auch dann nicht zu Sachkosten, soweit sie nicht durch Kurzarbeitergeld abgedeckt sind. Die ergangenen Richtlinien lassen zwar eine Definition der Sachkosten vermissen, allgemein werden alle betrieblichen Kosten, die nicht Personalkosten sind, als Sachkosten bezeichnet. Zusätzlich nennt die Richtlinie den Finanzaufwand (z.B. Zinsen) als berücksichtigungsfähig.

Die Corona-Soforthilfe wird also entgegen dem Eindruck nicht pauschaliert nach dem Gießkannenprinzip gewährt, auch wenn die sehr vereinfachte Antragstellung dies vermuten lässt.

Irrtum 2:

Wird die ausgezahlte Corona-Soforthilfe nicht für den Sach- und Finanzaufwand verwendet, weil die Betriebseinnahmen diesen abdecken, besteht sehr wohl eine Rückzahlungspflicht. Dies wird regelmäßig der Fall sein, wenn der Umsatz ab Antragstellung gar nicht gesunken ist. Oder dieser eben nur soweit sinkt, dass kein Gewinn mehr entsteht. Denn auch bei einem Gewinn von 0,00 € sind ja alle Kosten offenbar durch den Umsatz gedeckt. Dabei ist auch zu bedenken, dass das Kurzarbeitergeld ja bereits die Personalkosten senkt.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf die „Billigkeitsleistung“ der Soforthilfe. Man sollte unbedingt darauf vorbereitet sein, dass die Soforthilfe möglicherweise zurückzuzahlen ist. Damit zu einem späteren Zeitpunkt der Nachweis der richtigen Mittelverwendung geführt werden kann, sollte jeder Begünstigte die Verwendung dokumentieren und entsprechende Nachweise archivieren. Einzelne Förderinstitute kündigen an, dass öffentlich einsehbar in einem Online-Register, ähnlich dem Unternehmensregister, die Empfänger und die Höhe der gezahlten Soforthilfe veröffentlicht werden. Neben dem Pranger der Öffentlichkeit mag die Verwendung also auch im Rahmen einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt betrachtet werden. Soweit strafbare Handlungen vorliegen, könnte die Betriebsprüfung sogar verpflichtet sein ihre Erkenntnisse weiterzugeben. Es ist also Vorsicht und legal planvolles Handeln geboten.

Wer die Zwangsschließung nutzt, um selbst oder mithilfe von Handwerksbetrieben zu renovieren, seine Vertriebswege und seine Online-Präsenz zu verbessern und die eigene Digitalisierung voranzutreiben, verursacht auch Sachkosten und sichert seine Zukunft. Es gilt also nun schlau zu agieren und alle Möglichkeiten mit seinen Beratern, dem Steuerberater, dem Anwalt und der Bank, auszuloten.

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