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Oldenburger Gastronomie blickt auf den Coronavirus

Oldenburger Gastronomie blickt auf den Coronavirus

Lesezeit: 4 Minuten

Aktuell schlagen die Wellen hoch und niemand kann behaupten einen Überblick in der derzeitigen Situation zu haben, geschweige denn einen Plan aufzuzeichnen, es fehlen schlicht und einfach Erfahrungswerte und klares und deutliches Handeln der Stadt, die sich auf den allgemeinen Beschluss der Landesregierung Niedersachsen beruft, diesen Engpass reflektieren derzeit viele Gastronomen aus Oldenburg. Oldenburger Gastronomie blickt auf den Coronavirus

Die Maßnahmen besagen, dass Restaurants und Gaststätten erstmal geöffnet bleiben, aber nur ein relativ kleines Zeitfenster zur Verfügung haben, um 18:00 Uhr muss geschlossen werden und frühestens um 6:00 Uhr in der Früh dürfen die Türen sich öffnen. Diese Maßnahmen sind erstmal bis zum 18. April befristet.

Grundsätzlich gilt es solidarisch zu handeln und in erster Linie, die Verbreitung des Virus einzudämmen, um einen langfristigen Schaden mehr oder weniger abzuwenden. Schon jetzt haben viele Oldenburger Restaurants und Caterer mit der Situation zu kämpfen, dass Bild, das sich abzeichnet, ist nicht nur der massive Einbruch des Umsatzes, hinter den Kulissen steigen die Ängste Betriebe aufrecht halten zu können und somit die eigene finanzielle Existenzgrundlage und die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu meistern. Lieferanten wollen bezahlt werden und die Miete für das Ladenlokal wartet regelmäßig darauf überwiesen zu werden, ach ja, die Steuern klopfen ebenfalls regelmäßig an die Tür. Von den weiteren laufenden Kosten, die ein Betrieb hat ganz zu schweigen.

Viele Oldenburger Gastronomen versuchen mit kreativen Lösungen wie z.B. Lieferservice, Abholstationen und Verkauf aus Foodtrucks heraus, etwas die Verluste aufzufangen, was jedoch wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis die wenigen Kunden auch diesen Service aus Sicherheitsgründen nicht mehr in Anspruch nehmen können.

Ich wünsche mir, dass die Stadt die klare Position bezieht und die Schließung der Gastronomie anordnet. Die Ansage ist, es sollen alle zuhause bleiben und Kontakte meiden. Ein Café- oder Restaurantbesuch ist das Gegenteil davon… Es ist für alle Mitarbeiter & Gäste nur sinnvoll, jetzt nicht in der Öffentlichkeit zu stehen und sich der Gefahr auszusetzen. Ich habe mich gestern direkt dafür entschieden, zu schließen. Nun stehe ich mit ein-zwei Ausnahmen alleine da und befürchte, dass ich ggf. später irgendwann keine Unterstützung bekomme, weil ich mich von mir aus dazu entschlossen habe und es ja gar keine Anweisungen diesbezüglich gab.

Achim Barhorn – Käthe Kaffee Oldenburg

Bisher fehlt die klare und deutliche Ansage der Stadt Oldenburg alle Betriebe bis auf Weiteres zu schließen, was wohl in die Kategorie „konsequent inkonsequent″ fällt, denn auf der einen Seite werden Orte und Ladenlokale geschlossen und auf der anderen Seite bleiben sie offen. Im Grunde zählt aktuell unter dem Strich nicht das Auffangen von wenigen Euros, die über die oben genannten Ideen der Gastronomen gestartet wurden, aktuell ist es wichtiger, mit Weitblick vorauszuschauen und den Betrieben Chancen zu ermöglichen, die realistisch sind. Viele Betriebe schließen aktuell aus Eigenverantwortung ihre Türen für den Publikumsverkehr, um so die möglichen Gefahren einzugrenzen, soweit dies möglich ist.

Oldenburger Gastronomie blickt auf den Coronavirus

Positiv zu vermerken ist, dass viele Gastronomen eigenverantwortlich handeln und Schließungen in Erwägung ziehen oder dies bereits getan haben doch längst nicht alle gehen diesen Weg, was unter dem Strich inkonsequent ist und zeigt, dass offizielle Regelungen notwendig sind, um eine Gemeinschaft zum Teil vor sich selbst zu schützen, da einige erst dann reagieren, wenn Ministerien, Gemeinden oder Städte Schließungen veranlassen und dies auch durchsetzen.

Wir würden eine bedingungslose Unterstützung nach der Krise wünschen. Ein Steuererlass für die Ausfallzeiten wäre auch denkbar, so oder so brauchen wir für die Weiterführung faire Lösungen, die uns im besten Fall nichts oder wenig kosten.

Die Besünners Familie

Grundsätzlich sollte jedem bewusst sein, das ein „Shutdown″ keinem Unternehmer hilft, aber ab einem gewissen Zeitpunkt absolut notwendig ist, um mit Weitblick und Klarheit in die Zukunft zu gehen. Die Unternehmen müssen schnelle und unbürokratische Hilfe erfahren und letztendlich darf diese aus der Notsituation nicht zu teuer sein, damit das Geldverdienen in Zukunft nicht zur Qual wird und Fragen über die Sinnhaftigkeit einer Weiterführung aufkommen.

Es geht um Arbeitsplätze und die Weiterführungen von Ideen und spannenden gastronomischen Konzepten in Oldenburg, die jedoch nur weitergeführt werden können und starten können, wenn die Unsicherheit und teilweise Missgunst nicht im Raum stehen.

Es wird weitergehen, so oder anders. Im besten Fall anders, da wir aktuell sehen, dass wir insgesamt weit über dem gewohnten Limit reagieren und konsumieren. Insgesamt scheint es ein Problem zu sein, das Betriebe innerhalb von wenigen Tagen am eigenen finanziellen Limit angekommen sind und keine oder nur wenige Rücklagen für Extremsituationen schaffen können. In Zukunft ist es zu überdenken, ob unsere Lust nach spannenden und leckeren gastronomischen Konzepten uns doch etwas mehr wert ist.

Unter dem Strich wünschen wir uns Abwechslung und reichhaltige Gastronomie in Oldenburg, honorieren wir diese Arbeit mit realistischen Preisen, die die Betriebe in Zukunft aufrechthalten. Solidarität ist keine Einbahnstraße.

Die Oldenburger Gastronomen hoffen euch alle am Ende dieser Pandemie wieder gesund, fit und munter begrüßen zu dürfen.

#supportyourlocaldealer

Oldenburger Gastronomie blickt auf den Coronavirus.

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Quelle der angeordneten Maßnahmen .Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

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